Agrargesellschaft Kandelin profitiert vom Biogas
Dabei setzen die Anlagenbetreiber auf die Biogastechnologie der WELTEC BIOPOWER!
In Kandelin, Mecklenburg-Vorpommern, hat die gleichnamige Agrargesellschaft mit dem Bau und Betrieb von Biogasanlagen Arbeitsplätze und das Image eines modernen landwirtschaftlichen Betriebs gesichert. Umsatz und Gewinn konnten seitdem deutlich gesteigert werden. Und das Energie-Segment wächst: Mittlerweile steht das Unternehmen vor der Inbetriebnahme der vierten Anlage.
Die erste Biogasanlage der Agrargesellschaft
Die Geschäftsfelder des Firmenverbundes „Agrargesellschaft Kandelin“ sind Acker- und Futterbau, Ferkelerzeugung und Schweinemast, Milch- und Mastrindproduktion. „Als rein ostdeutsches Unternehmen, das unkonventionell denkt, versuchen wir, Landwirtschaft nicht nur nach wirtschaftlichen sondern nach ganzheitlichen Kriterien zu betreiben“, beschreibt Geschäftsführer Torsten Zahn seine Haltung.
Damit ist klar, dass bei der Entscheidung für Biogas und der Wahl des Anlagenherstelles WELTEC BIOPOWER die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle gespielt hat. Den Biogasanlagen aus Edelstahl sieht man ihre Langlebigkeit an. Seit 2007 betreibt die Agrargesellschaft zwei Biogasanlagen mit je 500 Kilowatt Leistung - gebaut von WELTEC BIOPOWER. „Wir sahen die Biogasanlagen damals als Chance, ein lukratives Geschäftsfeld zu erschließen und damit auch Arbeitsplätze für gute Mitarbeiter zu sichern“, erklärt Zahn.
Anfang 2007 wurden die beiden ersten Anlagen über die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern ausgeschrieben. „Nach dem Durcharbeiten der Angebote haben wir uns laufende Anlagen der Anbieter angesehen“, beschreibt Zahn das Auswahl-Procedere. Mit den beiden Kollegen, die heute für den Anlagenbetrieb verantwortlich sind, besichtigte Torsten Zahn zwei Wochen lang Anlagen und hörte sich die Erfahrungen der Betreiber an.
Mit dem notwendigsten das maximum erreichen
„Dabei überzeugte uns das Gesamtkonzept der WELTEC BIOPOWER: Reduktion auf notwendige Technik, diese aber qualitativ hochwertig und sehr funktionell verbaut“, so Zahn. Zusätzlich konnte WELTEC durch den verwendeten Werkstoff Edelstahl punkten: großzügig dimensionierte Edelstahlfermenter, Feststoffdosierer mit Edelstahl verkleidet, der gesamte Bereich Futtereintrag sowie ein Vorlagebehälter aus Edelstahl, um die Fütterung weitestgehend automatisieren zu können.
Bei der WELTEC-Technik gilt das Motto ‚Weniger ist mehr’: „Ein sehr funktionaler Pumpenblock, eine stabil und einfach zu bedienene Steuerung und zwei Zündstrahlmotoren mit 44 Prozent Wirkungsgrad. Die richtige Technik hat am Erfolg genau einen Anteil von 50 Prozent. Die andere Hälfte besteht aus den motivierten Kollegen, die für den Betrieb der Anlagen verantwortlich sind“, bringt Torsten Zahn die Gewichtung der Erfolgsfaktoren auf den Punkt.
Im August 2007 begann der Bau: Zunächst wurden die Sohlen der Behälter gegossen. Am 5. September war an beiden Standorten Montagebeginn. „Alles klappte reibungslos, das Timing war perfekt“, lobt Zahn den Ablauf. Das war zu diesem Zeitpunkt wichtig, weil die Gesellschaft mehrere Bauvorhaben parallel koordinieren musste. Kurz vor Weihnachten konnten die Biogasanlagen an den Standorten Wüsteney und Neuendorf in Betrieb genommen werden: ein spannender Moment, denn zum ersten Mal floss die Energie ins Netz.
Die anfallende Wärme wurde zum Hochheizen der Fermenter genutzt. „Ab Mitte Februar 2008 hatten wir erstmalig an beiden Standorten schon eine fast hundert-prozentige Gas- und Stromproduktion.“
Schnell aber vorarbereitet an den Start
„Wir hatten nicht mit einem so raschen Hochfahren der Anlage gerechnet. Probleme mit der Biologie gab es nicht. Unsere beiden verantwortlichen Kollegen haben sich sehr schnell in die Anlagen reingedacht“, sagt Torsten Zahn. „Engen Kontakt mit den Biologen von WELTEC hatten wir in der Anfahrphase täglich, um mit ihnen die steigende Fütterung (Maissilage, Schweine- und Rindergülle) und das Aufheizen der Anlage abzustimmen.“ Nachdem die Anlagen reibungslos liefen, beschränkte sich der Kontakt mit der WELTEC-Biologie auf die regelmäßige Gärrest-Analyse und die Erstellung des Gärsäuremusters.
„Den FOS/TAC-Wert, der Auskunft über freie organische Säuren und die Pufferkapazität im Gärsubstrat gibt, bestimmten wir von Anfang an selbst. WELTEC steht uns mit dem technischen Service, zum Beispiel beim Tausch von Tauchmotorrührwerken, permanent zur Seite“, so Zahn.
Die Gesellschafter der Agrargesellschaft sind hochzufrieden und werden die Energie-Erzeugung weiter ausbauen. Im Mai 2010 hat der Bau der dritten Biogasanlage begonnen. Inbetriebnahme war bereits im Juli. Der Bau der vierten WELTEC-Anlage ist beauftragt, und das Genehmigungsverfahren läuft. „Biogas ist momentan unser lukrativster Betriebszweig mit gleichmäßigen Gewinnen. Es wäre eine Sünde, diesen Zweig nicht auszubauen“, begründet Torsten Zahn die Erweiterungsinvestitionen.
Die in eine Jungrinder-Anlage integrierten neuen Biogasanlagen am Standort Kandelin sind nahezu baugleich mit den bestehenden. 500 Kilowatt Leistung, ein 192 Kubikmeter großer Vorlagebehälter und zwei Fermenter mit je 2000 Kubikmeter. Die Schnell-Zündstrahlmotoren sind mit einem Turbo-Compounder ausgestattet. Neu ist hingegen ein gasdichtes Endlager mit etwa 4500 Kubikmeter Inhalt, dass mitgebaut wurde.
„In Neuendorf haben wir im Winter 2009/2010 das Melkhaus an die Abwärme der Blockheizkraftwerke angeschlossen. Dort werden rund zehn Prozent der anfallenden Wärme genutzt. In Wüsteney nutzen wir momentan gar keine Wärme, auch nicht im benachbarten Sauenstall. In absehbarer Zeit ist jedoch geplant, den Stall anzuschließen. Bei der dritten Anlage legen wir gerade die Wärmeleitung und werden hier ab Winter unseren Büro- und Werkstatttrakt mitbeheizen. Eine Wärmeanbindung der angrenzenden Dörfer haben wir diskutiert, aber verworfen, da diese bei zersplitterter Wohnbebauung wirtschaftlich trotz Förderung nicht so einfach darstellbar ist. Da können wir unser vorhandenes Potential an Zeit und Geld besser einsetzen.“ So klingt ein gelassener Unternehmer, der die richtigen Entscheidungen getroffen hat.







